12
Nov
08

Reine Geschmackssache?

Am 11.11. fanden die Mainzer Designgespräche statt, an welchen erstaunlicherweise an die 20 Studenten der FR Kommunikationsdesign aus Trier teilgenommen haben. Ich war schon ein wenig überrascht so viele bekannte Gesichter aus Trier zu sehen.

Eingeladen hatte die Descom und zu den Referenten gehörten zum einen Karin und Bertram Schmidt-Friedrichs (Herman-Schmidt-Verlag), Fons Hickmann (Professor an der UdK) und Claire Doutriaux (Karambolage, Arte).

Faszinierend an allen Vorträgen war die Improvisation der Themen, Familie Schmidt-Friedrichs sowie Fons Hickmann haben sich kurzzeitig umentschlossen und ihre geschmacklichen Vorträge ein wenig umgestaltet.

Karin (die Köchin) und Bertram (der Typograf) haben im gegenseitigen Wechsel auf die Sensibilisierung von Design im alltäglichen aufmerksam gemacht und sind der Meinung, dass diese schon im jüngsten Alter beginnen sollte. Der Vergleich mit dem Essen wurde immer wieder herangezogen und sehr anschaulich vermittelt. „Die Helvetica ist die Currywurst“, so beschrieb Bertram die Schrift, auf die soviele Gestalter immer wieder zurückgreifen. Bewusst oder leider viel zu oft unbewusst. 30 Minuten mit witzigen Anekdoten und super Vergleichen aus Küche, Gestaltung und Typografie.

Fons Hickmann hatte von der Eröffnungsausstellung des neu eröffneten Design Museum im niederländischen Breda berichtet und hier explizit von ihrem Beitrag zu der Ausstellung. Die Gestaltung ist interaktiv erst dort entstanden in dem Besucher in einem Beichtstuhl platz nahmen. Bußegänger und Beichtvater hatten beide einen Laptop vor sich stehen und gestalten die Sünde auf Basis eines A1 Plakates. Der „Beichtvater“ hatte hierbei aber nur eine beratende Funktion. Im Anschluss an die Sitzung (Dauer zwischen 15 und 90 Minuten) wurde das Plakat gedruckt und direkt in der Ausstellung aufgehangen.
Mit der Dauer und dem ständigen Überplakatieren sind natürlich die alten Sünden verschwunden. Dieses Experiment hatte sehr großen Erfolg und die Gestaltungen konnten sich sehen lassen, was sicherlich aber auch damit zu tun hatte dass zum einen mit professionellen Tools gearbeitet wurde aber es auch Einschränkungen in Motiv und Schriftwahl gab.

Leider gab es einige Zuhörer die partout nicht verstehen wollten, dass solche Aktionen dazu da sind dem nicht designgetrimmten Mitbürger gute Gestaltung näher zu bringen und haben viele der Thesen in direkter Verbindung mit dem Verlust ihres Arbeitsplatztes gesehen. Nochmals leider! Nach der 3 Meldung der gleichen Frau wusste man wieder welcher langer Roman jetzt kommt.

Nach den Vorträgen und der Podiumsdiskussion gab es als abendlichen Höhepunkt die Verleihung des Designpreises Rheinland-Pfalz, wobei 3 Studentinnen von der FH Trier geehrt wurden (1 Anerkennung und 2 Preise)

Im ganzen ein gelunger Nachmittag und ich kann jedem nur empfehlen sich nächstes Jahr ins Auto zu setzten und sich das ganze selber mal anzuschauen.

Neue Gesichter, Ideen und viel gute Gestaltung.


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